Deponierung

Deponie Vereinigte Ville

Die Vereinigte Ville in Erftstadt-Liblar, vor den Toren Kölns, hat eine lange Tradition. Bis in die 50er-Jahre baute Rheinbraun hier Braunkohle im Tagebau ab. Nachdem die Kohlevorkommen nicht mehr wirtschaftlich abzubauen waren, lag das Gelände zunächst brach, ehe die Stadt Köln 1970 einen Teilbereich übernahm, um den Abfall aus der Rheinmetropole dort zu deponieren.

Über nahezu drei Jahrzehnte war die Deponie Vereinigte Ville die Kölner Siedlungsabfalldeponie. Mit dem Betriebsbeginn der Restmüllverbrennungsanlage im Jahr 1998 wurde der Haus- und Sperrmüll aus Köln zur Verbrennung und nicht mehr zur Deponie transportiert.


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Ebenfalls 1998 übernahm die AVG Köln mbH von der Stadt Köln den Deponiebetrieb. Jetzt kamen hauptsächlich Gewerbe- und Industrieabfälle zur Ville, pro Jahr bis zu 1 Mio. Tonnen und mehr. Um die Deponie wirtschaftlich und den geforderten Umweltstandards gemäß betreiben zu können, modernisierte und erneuerte die AVG Köln mbH den Betrieb.
Sie erweiterte und verbesserte die vorhandenen Reinigungskapazitäten für das Sickerwasser und baute das Gasfassungssystem weiter aus. Der Maschinenpark wurde modernisiert. Dies erhöhte die Leistungsfähigkeit der Deponie.

Mit dem 31. Mai 2005, dem Ende der Übergangsfrist der Technischen Anleitung Siedlungsabfall, endete die Ablagerung von organischen, unbehandelten Abfällen auf der Deponie Vereinigte Ville wie auch auf den übrigen Siedlungsabfalldeponien in Deutschland.
Die Ziele der Technischen Anleitung Siedlungsabfall mündeten in der heute geltenden Deponieverordnung. Ziel dieser Verordnung ist es, nur noch mineralische oder erdenähnliche Stoffe abzulagern, die keine schädlichen Auswirkungen auf unsere Umwelt haben.

Seither kommen in Erftstadt nur noch sogenannte Inertstoffe an. Dies sind Abfälle, die keine oder nur sehr geringe organische Bestandteile enthalten. Hierbei handelt es sich um Erden, Gestein oder Aschen etwa aus Müllverbrennungsanlagen. Damit wird erreicht, dass organische Umsetzungsprozesse in und auf der Deponie nicht mehr stattfinden können. Im Ergebnis führt dies zu weniger Umweltbelastungen. Deponiegase und belastendes Sickerwasser reduzieren sich dadurch.