Energie aus Abfall

Anwendungsbeispiel Energiesparendes Lichtkonzept


Es werde Licht!

Die AVG setzt umfangreiche Modernisierungen an Beleuchtungsanlagen um. Dabei wurden innovative LED-Leuchtmittel installiert, z.T. mit innovativen Steuerungen, die durch Tageslicht bzw. den Betriebszustand beeinflusst werden. Insgesamt fünf Projekte wurden bisher realisiert:

  • alle Straßen, Park- und Verladeplätze sowie der Gleisbereich am Standort Geestemünder Straße,
  • die gesamte Innenbeleuchtung des Kraftwerks der Restmüllverbrennungsanlage,
  • die Anlieferhalle der Restmüllverbrennungsanlage,
  • die Empfangshalle der AVG-Hauptverwaltung,
  • alle Straßen, Park- und Verladeplätze auf dem Betriebsgelände der Deponie Vereinigte Ville.

Der Stromverbrauch in den Anlagen reduziert sich damit jährlich um mehr als 900 MWh. Die Umweltentlastung entspricht einem CO2-Ausstoß von etwa 300 t pro Jahr. Die eingesetzte Technik erfüllt die hohen Anforderungen des Bundesumweltministeriums und wurde im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

Ufos in der Empfangshalle. Neben der energiesparenden Tageslichtsteuerung lassen sich auch diverse Beleuchtungsszenarios realisieren, z.B. bei Ausstellungen, TAO oder sonstigen Veranstaltungen.




Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist ein Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.





Immer wichtiger bei den thermischen Prozessen innerhalb der Abfallwirtschaft ist die Erzeugung von Energie geworden. Moderne Müllverbrennungsanlagen wie die Restmüllverbrennungsanlage sind vom Aufbau her Kraftwerke, die als Brennstoff keine fossilen Energieträger, sondern den Sekundärenergieträger Abfall nutzen. Da der Abfall, insbesondere der kommunale Hausmüll, zum großen Teil aus erneuerbaren klimaneutralen Energieträgern besteht, handelt es sich bei der Müllverbrennung um einen besonders umwelt- und klimafreundlichen Energieerzeugungsprozess.

Die thermische Verwertung und damit die Nutzung des Abfalls als Energieträger wird von der AVG Köln in der Restmüllverbrennungsanlage erfolgreich umgesetzt. So wurde die Turbinen-/Generatoreinheit als sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung-Anlage konzipiert: Das heißt, sie kann die anfallende Wärme aus dem Verbrennungsprozess effizient nutzen, da sie sowohl Strom (Kraft) als auch Dampf (Wärme) erzeugt und abgibt.

Auch die Deponie Vereinigte Ville ist zum Energieproduzenten geworden. Das im Jahr 2009 in Betrieb genommene Blockheizkraftwerk wandelt das Deponiegas direkt in elektrische Energie um, die dann in das lokale Betreibernetz eingespeist wird.




Energieerzeugung in MWh

2015 2016 2017
Restmüllverbrennungsanlage
– Ferndampf (thermisch) 226.000 269.000 254.000
– Energie (elektrisch) 370.000 387.000 327.000
Deponie Vereinigte Ville
– Energie (elektrisch) 20.200 20.000 21.000



Anwendungsbeispiel E-Mobilität


Seit dem 12. August 2014 ist die AVG Köln E-mobil. Da präsentierte sie ihr erstes Elektro-Auto vor, einen VW Up. Der Wagen ist Bestandteil eines umfassenden Konzeptes zur Erzeugung und Nutzung von umweltfreundlicher Energie, die aus Abfall gewonnen wird.

An der E-Tankstelle der AVG Köln kommt aus der Steckdose auch nur Strom. Der allerdings stammt aus der Restmüllverbrennungsanlage, in der durch die Verbrennung von Resten des Kölner Haus- und Sperrmülls sowie von Gewerbeabfallresten Energie in Form von Strom und Dampf produziert wird. Und da der Abfall zur Hälfte aus erneuerbaren Energieträgern besteht, ist der dort erzeugte Strom besonders umwelt- und klimafreundlich.

„Die E-Mobilität wird nur dann ein Gewinn für unsere Umwelt sein, wenn der zusätzliche Strombedarf dafür möglichst umweltfreundlich produziert wird,“ erläuterte Andreas Freund, Sprecher der Geschäftsführung der AVG Köln den Zusammenhang vor Pressevertretern. „Sowohl in der Restmüllverbrennung als auch auf der Deponie erzeugen wir Strom, bei dessen Produktion wir aufgrund des hohen Anteils an erneuerbaren Energieträgern die Umwelt wenig belasten und insgesamt sogar das Klima entlasten. So macht E-Mobilität wirklich Sinn.“

Der neue E-Up, der mit dem Schriftzug „Ich fahre mit Strom aus Ihrem Müll“ das Motto nach außen trägt, ist ein Pilotfahrzeug. „Wir wollen mit dem Fahrzeug testen, inwieweit wir unseren Alltagsverkehr mit Elektrofahrzeugen bewältigen können. Neben dem hohen Fahrzeugpreis ist die begrenzte Reichweite ein wichtiges Kriterium. Für den Stadtverkehr ist es ausreichend. Aber in Kombination mit weiteren Strecken, etwa zur Deponie nach Erftstadt, kann es knapp werden. Das testen wir jetzt.“