
Deponien sind seit der intensiven Diskussion um das Recycling und die thermische Verwertung aus dem Blickfeld geraten. Nach dem Motto: Durch intensive Kreislaufwirtschaft sind Deponien überflüssig. Dies jedoch ist ein Trugschluss. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil einer modernen Abfallwirtschaft. In der Zwischenzeit sind deren Kapazitäten stark geschrumpft und in einigen Regionen bald ausgeschöpft. Zeit zum Gegensteuern.
Seit 2005 müssen die organischen Abfälle generell vorbehandelt werden. Seither kommen in Erftstadt nur noch sogenannte Inertstoffe an. Dies sind Abfälle, die keine oder nur sehr geringe Anteile organischer Bestandteile enthalten. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Aschen aus der Industrie und der Müllverwertung, Bauschutt, Böden oder Gießereisande.

Die derzeitigen freien Deponiekapazitäten reichen noch bis zum Ende der 2020er Jahre. Um den langfristigen Weiterbetrieb zu ermöglichen und damit die Entsorgungssicherheit für die gesamte Region zu gewährleisten, strebt die AVG Köln gemeinsam mit ihren Deponienachbarn REMONDIS Industrie Service und RWE Power einen Weiterbetrieb der Deponien in der Ville an.
Ziel ist es, die Ablagerungsfläche zu erhöhen. Damit lässt sich der ideale Deponiestandort langfristig sichern. Die vorhandenen Einrichtungen und Verkehrsanbindungen können weiter genutzt und neuer Flächenverbrauch vermieden werden. Eine entsprechende Plangenehmigung/Planfeststellung zur Erhöhung der Deponie Vereinigte Ville wurde im Herbst 2023 von der zuständigen Genehmigungsbehörde erteilt.

Die Vereinigte Ville in Erftstadt-Liblar, vor den Toren Kölns, hat eine lange Tradition. Bis in die 50er-Jahre hinein wurde hier Braunkohle im Tagebau abgebaut. Nachdem die Kohlevorkommen nicht mehr wirtschaftlich abzubauen waren, lag das Gelände zunächst brach. Die Stadt Köln übernahm 1970 einen Teilbereich, um den Abfall aus der Rheinmetropole dort zu deponieren.
Über nahezu drei Jahrzehnte war die Deponie Vereinigte Ville die Kölner Siedlungsabfalldeponie. Hier wurden der Haus-und Sperrmüll sowie gewerbliche Abfälle abgelagert. Im Jahr 1998 änderte sich dies, mit der Inbetriebnahme der Restmüllverbrennungsanlage in Köln und der Übergabe des Deponiebetriebs von der Stadt Köln an die AVG Köln.