Restmüllverbrennungsanlage Köln mit Zügen, die den Kölner Hausmüll zur Anlage transportieren, am Bildrand ein roter Müllgreifer

Restmüll­verbrennungsanlage

Restmüllverbrennungsanlage (RMVA)

Die Restmüllverbrennungsanlage Köln behandelt Haus- und Sperrmüll sowie weitere Siedlungsabfälle. Sie nutzt die bei der Verbrennung entstehende Wärme, um durch Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Dampf zu erzeugen.

Der Name „Restmüllverbrennungsanlage“ ist Programm, denn es kommen der Hausmüll aus der grauen Restmülltonne und Reste aus gewerblichen Sortieranlagen zur ihr.

Nach nur knapp zweijähriger Bauzeit nahm die Restmüllverbrennungsanlage Köln 1998 den Betrieb auf. Sie ist wichtiger Bestandteil des Abfallwirtschaftskonzeptes der Stadt und Garant für eine zukunftsorientierte Abfallwirtschaft in Köln.

Restmüllverbrennungsanlage im Detail

Drei Müllfahrzeuge der AWB Köln stehen mit dem Heck in der Anlieferhalle der Restmüllverbrennungsanlage, und kippen den Hausmüll in den Tagesmüllbunker

Anlieferung des Abfalls

Die Anlieferhalle ist die erste Station für die Abfälle auf dem Weg durch die Restmüllverbrennungsanlage. Der Haus- und Gewerbeabfall kommt bei der AVG Köln im Lkw oder mit der Bahn an. Für den Transport auf dem Schienenweg betreibt die AWB Köln zwei Müllverladestationen in Ehrenfeld und in Rath/Heumar. 

Ein Bahncontainer mit Hausmüll werden mit einem Kran angehoben und zur Entleerung transportiert

Tagesmüllbunker

Jährlich kommen so circa 700 000 Tonnen Müll bei der AVG Köln an. Dabei werden die Reste aus Sortieranlagen sowie Haus- und Sperrmüll zunächst im Tagesmüllbunker auf verschiedene Kammer verteilt. Er wird hier anschließend auf die Verbrennung gezielt vorbereitet. 

Komplexe Vorschaltanlage zur industriellen Sortierung von Hausmüll

Aufbereitung der Abfälle

Befinden sich in den Abfällen noch Metalle, Nichtmetalle und verschiedene Kunststoffe? In der  Vorsortierungsanlage werden mit Hilfe von Technik wieder verwertbare Stoffe dem Müll entzogen. Zudem wird der gesamte Abfall gut durchmischt und in den Restmüllbunker transportiert.  

Restmüllbunker mit viel Abfall gefüllt. Ein Greifer schwebt darüber, ein zweiter Greifer transportiert Abfall

Restmüllbunker

Der Abfallmix landet anschließend in einer Art Vorratsraum - dem Restmüllbunker. In ihm kann er mehrere Tage vorgehalten werden. Müllgreifer befüllen vier riesige Trichter. Der Abfall kommt von hier aus in vier unabhängig voneinander betriebene Kessel, die rund um die Uhr arbeiten. 

Blick in den Kessel, gelb-oranges Feuer

Feuerung und Kesselhaus

Über Walzenroste bewegt sich der Abfall durch die Kessel. Dabei entstehen in den Flammen Temperaturen von bis zu 1 200° C. Der jeweils “neue” Abfall entzündet sich am bereits brennenden Müll. So wird für den Verbrennungsprozess keine zusätzliche externe Energie benötigt. 

Nach der Verbrennung bleiben Rostasche, heißes Abgas und Reststoffe übrig. Diese Substanzen werden zu großen Teilen wieder sinnvoll eingesetzt. 

Rotes, großes Gehäuse, in dem sich Generator und Turbine befinden

Erzeugung von Energie

Das heiße Abgas wird genutzt, um Energie zu erzeugen. Es erhitzt in der Anlage vorgewärmtes Wasser zu Dampf, der mit einer Temperatur von 400°C und einem Druck von 40 bar auf eine Turbine trifft. Sie treibt einen nachgeschalteten Generator an. Dieser erzeugt Strom, mit dem 240 000 Kölnerinnen und Kölner mit Energie versorgt werden können. 

Komplexe fünfstufige Abgasreinigungsanlage mit zahlreichen technischen Komponenten.

Abgasreinigung

Aufgabe der Abgasreinigung ist es, die in den Abgasen verbliebenden Stoffe wie Staub, Salze, Schwefel, Quecksilber zu filtern oder zu zerstören. Gereinigt wird das Abgas in fünf Stufen. Bereits nach dem vierten Reinigungsschritt werden alle gesetzlichen Grenzwerte eingehalten. Diese sind für Müllverbrennungsanlagen strenger als für andere Industrieanlagen.

Ein schmaler Bunker, in dem Verbrennungsrückstände, sogenannte Rostaschen, lagern. Über dem Bunker ist ein Krangreifer

Reststoffe

Bei der Verbrennung und der Abgasreinigung fallen Reststoffe an. Diese Stoffe werden aufgefangen und weiter verwendet. So kommt Rostasche beim Bau von Straßen, Wegen und Lärmschutzwällen zum Einsatz. Kesselasche, Filterstäube, Mischsalze aus der Abgasreinigung werden zu Versatzbaumaterial im Bergbau. Auch Gips fällt an, er weist Baustoffqualität auf. 

Vier Schornsteine der Restmüllverbrennungsanlage Köln. Im Vordergrund ein weiterer Schornstein der Kompostierungsanlage

Kamin und Messhaus

Der Abfall wird bei der AVG Köln in vier Linien verbrannt. Das bedeutet, es gibt vier Kessel, vier Abgasreinigungen und vier Kamine, die knapp hundert Meter hoch sind. Im dazugehörigen Messhaus werden die Abgaswerte ständig gemessen. Per Datenleitung gelangen die Werte direkt zur Bezirksregierung Köln. Sie kontrolliert ständig die Abgaswerte.

Kurz & bündig

Aufgabe

Die Restmüllverbrennungsanlage erzeugt Energie. Dafür werden Resthausmüll und nicht verwertbare Sortierreste verbrannt. Die Sortierreste fallen in den Sortierung- und Verwertungsanlagen sowie der Kompostierungsanlage der AVG Köln an. 

Aufnahme des Betriebs

Das erste Müllfeuer brannte nach zwei Jahren Bauzeit am 2. Januar 1998. Offiziell wurde die Anlage am 26. Februar 1998 eingeweiht. Der Abfall wird seitdem über einen  fünfgleisigen Containerbahnhof und über das Schnellstraßennetz der Stadt angeliefert.

Technik

Die Anlage verfügt über vier Verbrennungslinien und nutzt die Rostfeuerung. Die Abgasreinigung erfolgt in fünf Stufen über Gewebefilter, Wäscher 1 und 2, Katalysator und Herdofenkoksfilter.