Eine große Walze im verrottenden Biomaterial, die die Masse durchmischt und belüftet.

Kompostierungsanlage

Kompostierungsanlage

Die Kompostierungsanlage Köln-Niehl ist seit Oktober 1995 in Betrieb. Jährlich können darin deutlich mehr als 100 000 Tonnen organische Abfälle zu qualitativ hochwertigem Kompost verarbeitet werden. Eng verbunden mit der Kompostierungsanlage ist seit Sommer 2019 die Vergärungsanlage. Die großtechnische Anlage macht es möglich, dass die Bioabfälle aus Kölner Haushalten doppelt genutzt werden. 

Die AVG Köln leistet auf diese Weise einen wichtigen Beitrag. den natürlichen Stoffkreislauf zu schließen und die Menge deponierten Abfalls zu verringern. Zudem werden Ressourcen wie Torf geschont. 

Kompostierungsanlage im Detail

Fremde Stoffe aus dem Bioabfall

Vor allem der Bioabfall wird maschinell und auch per Hand sortiert. So können Verunreinigungen und Fremdstoffe herausgeholt werden. Die von den Störstoffen befreiten organischen Abfälle bilden anschließend mit dem Grünschnitt und organischen Gewerbeabfällen einen optimalen Mix.

In der Rottehalle

Der Abfallmix gelangt in die Rottehalle und wird dort zu sogenannten Mieten aufgesetzt. Für einen optimalen Rotteprozess beträgt die Temperatur hier bis 70°C. Das tötet z. B. Unkrautsamen ab, das Material hygienisiert sich. Durch mehrmaliges Umsetzen der einzelnen Mieten rottet das organische Material innerhalb von drei bis acht Wochen vollständig durch. Diese relativ kurze Produktionszeit ist möglich, da die Mikroorganismen optimale Arbeitsbedingungen vorfinden, ständige Luftzufuhr und Feuchtigkeit. Sonstige Zuschlagstoffe wie etwa Mineralien sind für den Rotteprozess in der Kompostierungsanlage nicht erforderlich.
Der vollständige Kompostierungsprozess findet in einer geschlossenen Halle statt. Biologische Filteranlagen sorgen dafür, dass gereinigte, geruchsneutrale Luft die Anlage verlässt.

Komposte für Landwirtschaft und Gartenbau

Die entstandenen Komposte entsprechen den strengen RAL-Gütekriterien Sie eignen sich damit ideal für die Landwirtschaft, den Garten- und Landschaftsbau. Ebenso passen sie für Gärten und Parks, die heimischen Topf- und Balkonpflanzungen, aber auch zur Rekultivierung von Brachflächen.

Komplexe Industrieanlage mit Förderbändern, auf denen der Bioabfall gerade transportiert wird

Aufbereitung von Grünschnitt

Die AVG Ressourcen und die AVG Kompostierung verarbeiten jährlich circa 15 000 Tonnen Grünschnitt aus der Park- und Landschaftspflege. Die Produktionsmengen eignen sich etwa zur energetischen Nutzung in sogenannten NawaRo- oder Biomasse-Kraftwerken. NawaRo steht für nachwachsende Rohstoffe, die vorwiegend aus der land- und forstwirtschaftlichen Produktion stammen.

Durch das Absieben der Kompostprodukte entstehen unter anderem Siebüberläufe in unterschiedlichen Korngrößen. Ein Teilstrom der so erzeugten Biomasse wird ebenfalls der energetischen Verwertung in Biomasseheizkraftwerken genutzt.
 

Gebäude mit komplexer Technik, dient als Vergärungsanlage

Vergärungsanlage

Rund 20 000 Tonnen des eingesammelten Bioabfalls aus Köln landen pro Jahr zunächst in der Vergärungsanlage. In einem so genannten Fermenter bilden Mikroorganismen Biogase. Dies geschieht ohne Luftzufuhr (anaerob). In erster Linie handelt es sich bei dem Biogas um energiereiches Methan, das zu Stadtgasqualität aufbereitet und in das öffentliche Netz eingespeist wird.

Der Gärrest aus dem Fermenter wird über Förderbänder in die Kompostierungsanlage transportiert und dort mit dem übrigen Bioabfall, Grünschnitts und weiteren kompostierbaren Materialien vermischt. Dann geht der biogene Mix in die Rottehalle. So lässt sich der Bioabfall ein zweites Mal nutzen. Nach der thermischen Verwertung zu Biogas folgt die stoffliche Verwertung zu Kompost.