
Für die AVG-Gruppe bedeutet nachhaltiges Wirtschaften, verwertbare Materialien zurückzugewinnen, nicht stofflich verwertbare Abfälle energetisch zu nutzen sowie Schadstoffe kontrolliert abzuscheiden. Verwertbare Rückstände und Reaktionsprodukte, die die erforderlichen Qualitätsanforderungen erfüllen, werden einer weiteren Nutzung zugeführt. Nicht verwertbare Rückstände werden fachgerecht entsorgt.
In Abfällen sind Materialien enthalten, die nach einer geeigneten Aufbereitung erneut eingesetzt werden können. Die Anlagen der AVG-Gruppe sortieren und behandeln unterschiedliche Abfallströme. Ziel ist es, verwertbare Bestandteile zurückzugewinnen und als Sekundärrohstoffe bereitzustellen.
Da sich nicht alle Bestandteile des Restmülls stofflich recyceln lassen, wird der verbleibende Anteil in der Restmüllverbrennungsanlage Köln thermisch verwertet. Die dabei entstehende Wärme dient zur Erzeugung von Strom und Dampf. Schadstoffe werden in mehrstufigen Reinigungsprozessen behandelt und kontrolliert ausgeschleust.
Für den Betrieb von Abfallverbrennungsanlagen gelten gesetzlich festgelegte Emissionsgrenzwerte und Überwachungspflichten. Maßgeblich ist insbesondere die 17. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Die AVG Köln veröffentlicht jährlich die Ergebnisse der Emissionsmessungen, den Vergleich mit den geltenden Grenzwerten sowie eine Beurteilung der Verbrennungsbedingungen. Grundlage ist § 23 der 17. BImSchV.

Die Restmüllverbrennungsanlage Köln arbeitet mit Kraft-Wärme-Kopplung. Die bei der Verbrennung entstehende Wärme wird genutzt, um gleichzeitig Strom und Dampf zu erzeugen. Auf diese Weise wird der Energiegehalt des nicht mehr stofflich verwertbaren Restmülls genutzt. Die Energieeinheit der Restmüllverbrennungsanlage erzeugte im Jahr 2025 313 000 MWhel Strom und 458 000 MWhth Ferndampf.
Auf der Deponie Vereinigte Ville wird aus früheren Abfall-Ablagerungen sogenanntes Deponiegas gewonnen, das energetisch genutzt wird. Ein Blockheizkraftwerk wandelt das erfasste Gas in elektrische Energie um.
Somit werden alle Anlagen und Gebäude des Deponiestandortes und die Rostascheaufbereitungs- und Konditionierungsanlage mit dem selbst produzierten Strom versorgt. Der nicht genutzte Strom wird weiter in das Netz des lokalen öffentlichen Stromanbieter eingespeist. Die eingespeiste elektrische Energie aus der Verbrennung des Deponiegases lag im Jahr 2025 bei etwa 1 320 MWh/Monat.

Die AVG Ressourcen bereitet unter anderem Grün- und Holzabfälle für unterschiedliche Verwertungswege auf. Abhängig von Beschaffenheit und Qualitätsanforderungen entstehen beispielsweise Holzhackschnitzel für geeignete Feuerungsanlagen oder aufbereitete Materialien für die Holzwerkstoffindustrie.
Auch die AVG Kompostierung gewinnt bei der Aufbereitung des Grünschnitts Brennstoffe für dafür geeignete Fraktionen. Welche Nutzung möglich ist, hängt von der Zusammensetzung des Eingangsmaterials und den Anforderungen der jeweiligen Abnehmer ab. Anteile des Bioabfalls werden der Vergärungsanlage verarbeitet. Das dabei entstehende Gas wird in das öffentliche Netz eingespeist.

Aus ausgewählten Gewerbeabfällen, Sortierresten und heizwertreichen Produktionsabfällen stellt die AVG Ressourcen Ersatzbrennstoffe her. Diese können beispielsweise in der Zementindustrie eingesetzt werden und dort einen Teil der ansonsten benötigten fossilen Brennstoffe ersetzen. Damit sollen eine kontrollierte Verwertung geeigneter Abfälle und eine gleichbleibende Brennstoffqualität für die jeweiligen industriellen Anwendungen erreicht werden.
Im Rahmen der derzeit gültigen CSRD-Verordnung berichtet die AVG Köln einmal jährlich ihre Nachhaltigkeitskennzahlen an den Stadtwerke Köln Konzern (SWK).