
An ihrem Standort in Erfstadt setzt die AVG Köln zwei Projekte um, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert werden: Bis 2027 soll hier eine neue Rostascheaufbereitungsanlage entstehen. Das zweite Projekt “Gaserfassung und Deponiebelüftung” steht vor seinem Abschluss.
Mit der Förderung des Bundesministerium für Verkehr errichtete die AVG Köln einen E-Ladepark, an bereits die ersten drei firmeneigenen E-Lkw Strom beziehen.

Werden Haus- und Gewerbeabfälle in einer Restmüllverbrennungsanlage verwertet, fallen nicht brennbaren Rückstände, sogenannte Rostaschen, an. Die Rostaschen bestehen größtenteils aus mineralischen Bestandteilen wie Asche, Schlacke, Keramik-, Glas- oder Betonreste. Aber auch die noch in den Abfällen enthaltenen Metalle wie Eisen, Aluminium und Kupfer verbleiben nach dem Verbrennungsprozess in dem Stoffstrom. Um diese Wertstoffe zurückzugewinnen, werden die Rostaschen in einer speziell dafür konzipierten Anlage weiter aufbereitet.

Seit rund 15 Jahren wird dafür in Erftstadt-Liblar eine Rostascheaufbereitungsanlage betrieben. Diese soll nun in einem Projekt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert wird, durch eine neue Anlage ersetzt werden.

Es sollen die in den Verbrennungsaschen befindlichen Metallanteile noch umfassender für den Recyclingprozess gesichert und die mineralischen Anteile zu hochwertigen Ersatzbaustoffen aufbereitet werden.
Die neue Anlage soll Eisen- und Nichteisenmetalle aus der Rostasche zurückgewinnen und für das Recycling bereitstellen. Dafür werden mehrere Abscheide- und Sortierstufen miteinander kombiniert. Die zurückgewonnenen Metalle können als Sekundärrohstoffe in der Metallproduktion eingesetzt werden.
Erreicht wird dies durch eine gekoppelte Anordnung mehrerer Eisen- und Nichteisen-Abscheider, die selbst noch Metallpartikel von wenigen Millimetern erfassen und ausschleusen können. Gerade die feinen Metalle, die hauptsächlich als Verbunde in z.B. Verpackungen oder elektronischen Bauteilen im Abfall anfallen, werden durch die Müllverbrennung erst freigelegt und können aus den Rostaschen zurückgewonnen werden.
Das Aufbereitungskonzept sieht eine Kombination von mehreren Rückgewinnungsstufen vor. Bei „mephistorec“ werden die Reststoffe zusätzlich nach der herkömmlichen Metallabscheidung über einen Sensorsortierer geführt, der Edelstähle und schwer abtrennbare Metall-Schlacke-Verbunde erkennt und mit gezielten Druckluftstößen aussortiert. Die Metalle werden über eine anschließende Zerkleinerung freigelegt und können so zurückgewonnen werden.
Neben der Metallabscheidung wird die neue Anlagentechnik eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Verringerung der Lärm- und Staubbelastung mit sich bringen. Die Rostascheaufbereitung trägt damit zur Schonung von natürlichen Ressourcen und Minderung von Treibhausgasen bei und leistet ihren Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele.

Auf einem rund 3 000 Quadratmeter großen Areal in Köln-Niehl hat die AVG Köln neun Ladesäulen mit insgesamt zehn Ladepunkten errichtet:
Der Ladestrom wird über eine direkte Verbindung zum Kraftwerk der AVG Köln bereitgestellt und stammt aus der Restmüllverbrennungsanlage. Über Nacht dient das Gelände den Sattelzügen sowohl als Stellplatz als auch zum Laden.
Für den Transport der Rostaschen setzt die AVG Köln zunächst drei Mercedes-Benz eActros 400 ein. Die Fahrzeuge der zweiten Modellgeneration mit ProCabin verfügen über einen werkseitig integrierten mechanischen Nebenantrieb (mPTO), der den Einsatz als Kippsattelzug ermöglicht.
Jeder Lkw ist mit zwei Batteriepaketen zu jeweils 207 kWh ausgestattet. Daraus ergibt sich eine installierte Gesamtkapazität von 414 kWh. Die Batterien basieren auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP).

27 Millionen Tonnen unbehandelter organischer Hausmüll aus den 70er- und 80er-Jahren lagern unter der Erde der Deponie Vereinigte Ville – so entsorgt, wie es bis zum Inkrafttreten der Deponieverordnung im Jahr 2005 üblich war. Dieser gärt, und in dessen Folge zersetzen sich die organischen Bestandteile.
Das daraus entstehende Methangas nutzt die AVG Köln bereits seit dem Jahr 2009. Über circa 260 Brunnen wird es abgesaugt und in das auf der Deponie befindliche Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung geleitet. Im Jahr 2024 entstanden aus den rund 10,4 Millionen Kubikmetern verwerteten Gases 16,7 Millionen kWh elektrischer Strom.
Doch das Ergebnis einer Potenzialstudie, die die AVG Köln 2021 beauftragt hatte, zeigte: Der Ausstoß kann noch weiter gemindert werden. Dafür wäre es allerdings notwendig, von der bisherigen reinen Absaugung auf eine Sauglüftung umzustellen.
In diesem Verfahren, der sogenannten In-situ-Stabilisierung, wird der Deponiekörper belüftet – mit dem Ziel, die Bildung von Methan zu verhindern und das bereits gebildete Gas in geringeres belastetes Kohlendioxid umzuwandeln.
Um dieses Projekt umsetzen zu können, reichte die AVG Köln einen Förderantrag beim Bund ein, der im Dezember 2022 bewilligt wurde.

Für das neue Verfahren waren Baumaßnahmen notwendig, unter anderem wurden die Gassammelstationen 1 bis 4 ertüchtigt. Hier kommt das Deponiegas aus den rund 260 Gasbrunnen über ein Rohrleitungssystem an.
Zudem ist ein wesentliches Element des Entgasungssystems neu entstanden: Im sogenannten Gasverteilerbalken können die Mitarbeitenden der AVG Köln die Gassammelstationen je nach Bedarf auf Absaug- oder Belüftungsbetrieb einstellen. Herzstück des neuen Verfahrens ist die inzwischen auf dem Deponiegelände neu erbaute Gasförderstation 1. Anders ist nun, dass die Station die angesaugte Gasqualität mit Blick auf den Methangehalt unterscheidet.
