Abgasreinigung

Auch die beste Verbrennungstechnologie löst Müll und die hierin enthaltenen Stoffe nicht einfach in Luft auf. Abgesehen von der Energie und den Reststoffen entstehen Abgase. Soweit als technisch möglich, ist es Aufgabe der Abgasreinigung, die in den Abgasen noch verbliebenen Stoffe (Staub, Salze, Schwefel, Quecksilber usw.) herauszufiltern oder zu zerstören. Für Müllverbrennungsanlagen gelten strengere Schadstoffgrenzwerte als für andere Industrieanlagen. Die 17. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (17. BImSchV) schreibt beispielsweise vor, dass pro Kubikmeter Abluft nur 0,1 Nanogramm Dioxine und Furane entweichen dürfen – das ist ein Zehnmilliardstel Gramm. Die Kölner Anlage unterschreitet den Wert noch einmal deutlich, wie auch die übrigen Grenzwerte (siehe Emissionswerte).

Fünfstufige Anlage

Zu verdanken ist dies der fünfstufigen Abgasreinigungsanlage. Das im Feuerungsraum entstehende Abgas wird zunächst im Sprühtrockner auf 170 °C gekühlt. Ascheteilchen bleiben im Gewebefilter – der ersten Reinigungsstufe – hängen und werden in einem Silo zwischengelagert. Sie werden zusammen mit anderen Rückständen als sogenanntes Versatzmaterial unter Tage verwertet. Anschließend gelangt das nahezu staubfreie Abgas in eine zweistufige Wäsche. Siehe Foto: HCI-Wäscher (rot) und SO2-Wäscher (gelb).

In einer ersten „sauren" Stufe werden gasförmige Fluor- und Chlorwasserstoffe in Wasser gelöst. Quecksilber wird über einen Kunstharzfilter abgeschieden. Die Säure wird mit Kalkmilch neutralisiert und zurück in den Sprühtrockner geleitet, wo sie verdampft. Somit arbeitet die Anlage vollkommen abwasserfrei. Ebenfalls sorgt Kalkmilch dafür, dass in der zweiten Wäscherstufe Schwefeldioxid zu Gips ausgefällt wird.

Für die nächsten Reinigungsschritte wird das Abgas erneut auf rund 220 °C aufgeheizt. Nur so lassen sich im DeNOX-Dioxin-Katalysator – unter Zugabe von Ammoniakwasser – die im Abgas enthaltenen Stickoxide zu Wasserdampf und Stickstoff spalten; beides kommt auch in unserer Atmosphäre vor. Restliche Dioxine und Furane werden durch Oxidation zerstört.

Bereits vor der letzten Reinigungsstufe, dem Herdofenkoksfilter, unterschreiten die Schadstoffwerte die gesetzlichen Grenzwerte. Das Besondere an diesem granulatförmigen Koks ist seine für den Filterprozess immens große nutzbare Oberfläche. Hieran werden selbst kleinste Schadstoffpartikeln gebunden, „adsorbiert". Der verbrauchte Koks wird zermahlen, im Feuerungsraum mitverbrannt und die anhaftenden Schadstoffe werden dabei zerstört.

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